Das Anjou bittet zu Tisch!

Jedes Terroir hat seine eigenen kulinarischen Spezialitäten. In dieser Hinsicht hat das Anjou einiges zu bieten. Hier hat das Savoir-vivre Tradition! Es ist angerichtet: Die Auswahl reicht von den Champignons der Troglodyte-Höhlen des Saumurois über Spezialitäten wie Quernons d’ardoise, Fouées – oder Fouaces – Crémet, Galipette und Gouline.

Fouée: vom 16. Jahrhundert bis heute

Früher, d. h. Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde mit der kleinen Brotkugel die Temperatur des Brotbackofens getestet. Der Dichter Rabelais beschreibt das Rezept in seinem aus dieser Zeit stammenden Werk Gargantua: "Hergestellt aus feinem Weizenmehl, vermengt mit schönen Eiern und Butter, Safran, Gewürzen und Wasser.“ Heute wird die Fouée in geselliger Runde genossen und kann nach Lust und Laune mit beliebigen Zutaten wie Pilzen, Rillettes, Käse und Fleisch gefüllt werden. 

Crémet d’Anjou: noch immer der Star unter den Desserts

Der Crémet d’Anjou ist an den Tafeln der Region schon seit 300 Jahren Gast. Geschlagene Crème fraîche, Eischnee, etwas Zucker... So einfach geht‘s! Dieser kleine, sehr schaumige Nachtisch ist kein Käse, sondern eher eine Milchspeise. Er wurde früher von fliegenden Händlern und Milch- und Käsehändlern, den crémiers, an den Straßenecken von Angers verkauft und steht anderen Desserts in nichts nach! Der Crément ist fester Bestandteil der berühmten douceur angevine: der für das Anjou typischen süßen Lebensart! 

Galipette d’Anjou: Der Champignon schlägt Purzelbäume

Dieser weiße oder braune Champignon verdankt seinen Namen seinem großen Kopf, der wegen seines Gewichts früher oder später vom Stil purzelt! Der Galipette d’Anjou vollzieht seine Sprünge in den Champignonfarmen des Saumurois, wo er gegrillt und gefüllt mit Rillettes oder Knoblauchbutter verkostet wird. Selbstverständlich könnte er auch hervorragend zur berühmten Fouée passen... Das ist die Idee! Besuchen Sie eine der typischen Troglodyte-Höhlen, um Fouée und Galipette zu probieren! 

Gouline: 100 % Anjou

Die großzügige Pastete gilt als typisches Gericht des Anjou und vereint die ganze Geschmacksvielfalt des Terroirs: Zutaten sind u. a. die Käsesorte Tomme angevine, Champignons, die längliche Échalote d‘Anjou (g.g.A.), die Fleischspezialität Rillauds und Chenin-Weißwein. In der lokalen Mundart heißt der Name soviel wie rundes Kindergesicht. Haben Sie das Bild vor Augen? Das Gericht ist also Garant für einen genussvollen und geselligen Augenblick im Familien- oder Freundeskreis! 

Quernon d’ardoise: blauer Schiefer

Dieser Leckerbissen ist eine Anjou-Spezialität par excellence und eine Hommage an die für die Region typischen Dachschiefer und Schieferwerke.  Die 1966 von René Maillot erfundene Köstlichkeit besteht aus einem Krokant aus karamellisieren Mandeln und Haselnüssen und einer dünnen Schokoladenschicht, die wie die Dächer des Anjou bläulich schimmert. Die Farbe wird aus einem wohl dosierten Obst- und Gemüsepulver hergestellt und ist garantiert ohne Farbstoffe. Voilà!