Erstaunlich: Ein Gefängnis in einer Festung

Schloss Nantes, dessen uneinnehmbare Mauern perfekte Haftbedingungen boten, war schon immer für die Gefängnisfunktion prädestiniert. Die von den Gefangenen hinterlassenen Spuren, vermitteln einen Eindruck von diesem schweren Erbe.

Als zentraler Sitz der Macht diente Schloss Nantes während seiner gesamten Geschichte als Gefängnis. Hier wurden die Angeklagten bis zur Aufnahme ihres Verfahrens oder ihrer Exekution inhaftiert. Der Reigen der aufeinanderfolgenden Häftlinge verwandelte das Schloss in eine kleine Provinz-„Bastille“. Unter ihnen findet man zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wie Gilles de Rais, Graf von Chalais, oder Kardinal von Retz, dem mit seiner Flucht ein großer Coup gelang.

Zum Ende der Herrschaft Ludwig XIV. erfüllen fasst alle Schlossbereiche eine Gefängnisfunktion, die ihren Höhepunkt während der Revolution erreichte, als hier englische Matrosen und die sogenannten Réfractaires-Priester, die den Eid auf die Zivilverfassung des Klerus verweigerten, unter schrecklichen hygienischen Bedingungen festgehalten wurden. Einige Zellen zeugen von den harten Haftbedingungen. So zum Beispiel der nur 2 m² große und 1,30 m hohe Pied-de-Biche-Kerker, in dem es unmöglich war, sich aufzurichten. In den Zellen des neuen Turms, in dem pro Etage bis zu 75 Feinde der Macht untergebracht wurden, hinterließen die Gefangenen ihre Spuren und Zeugnisse in Form von eingravierten Graffiti. Die zahlreichen, größtenteils unleserlichen Inschriften zeugen von der Gefängnisvergangenheit des Schlosses.
 
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