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Auf den ersten Blick sieht Schloss Brézé wie jedes andere Schloss aus, doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass sich unter seinen Mauern die größte unterirdische Festung Europas verbirgt. Das im 15. Jh. im Zuge sukzessiver Befestigungsarbeiten in den Fels gehauene, intakt erhaltene Verteidigungsbauwerk ist mittlerweile für Besucher zugänglich. Nach der Besichtigung des überirdischen Teils des Schlosses offenbaren die unterirdischen Trockengräben und Tunnel die Geheimnisse der adeligen Familien, die einst in Brézé lebten.
Wer vor Schloss Brézé steht, kann sich nur schwer vorstellen, dass sich unter dem stattlichen Bauwerk die größte unterirdische Festung Europas verbirgt. Heute lüftet die in den Fels gehauene Anlage ihre Geheimnisse und lädt seine Besucher zu einem der ungewöhnlichsten Erlebnisse auf der Route der Loire-Schlösser ein.

Die Gutsherren von Brézé, denen seit dem 11. Jh. die schlosseigenen Ländereien gehörten, waren mächtige Grundbesitzer und großzügige Spender der Abtei Fontevraud. Im 14. Jh. ging das Lehnsgut durch Heirat wieder an die Familie  Maillé-Brézé zurück und blieb dreihundert Jahre lang deren Eigentum. Gilles von Maillé-Brézé, dem der gute König René 1448 das Recht zugesprochen hatte, das Bauwerk zu festigen, ließ riesige Gräben ausheben und verwendete den herausgehauenen Stein als Baumaterial für sein Schloss, das sein Nachfolger Artus im Renaissancestil ausgestaltete.

Claire Clémence von Maillé-Brézé, die aus der Anfang des 17. Jh. getrauten Ehe von Urbain von Maillé-Brézé und der Schwester von Kardinal Richelieu hervorging, wurde dem Wunsch ihres einflussreichen Onkels entsprechend mit Ludwig II. von Bourbon-Condé verheiratet. So ging das Schloss an die Familie Condé, die es gegen ein in der Bretagne befindliches Anwesen der Familie Dreux eintauschte, die damit die neuen Eigentümer von Brézé wurden. Henri Evrard von Dreux-Brézé, Zeremonienmeister von König Ludwig XVI., ließ im Zuge umfangreicher Bauarbeiten den Renaissanceflügel des Schlosses verlängern. Sein Enkel Henri Simon beauftragte später den aus Angers stammenden Baumeister René Hodé mit Umbauarbeiten, deren neugotischer Stil an der großen Galerie, dem quadratischen Turm und der Rotunde im unteren Teil des Glockenturms zum Ausdruck kommt. 1959 heiratete Charlotte von Dreux-Brézé mit dem Grafen Bernard de Colbert einen Nachkommen von Jean-Baptiste Colbert, dem bedeutenden Minister von Ludwig XIV. Seither ist Schloss Brézé im Besitz der gleichen Familie, die sich leidenschaftlich für dessen Sanierung einsetzt.

Seit das 1983 unter Denkmalschutz gestellte Bauwerk 1998 für das Publikum zugänglich ist, entdeckten die Besucher eines der bestgehüteten Geheimnisse der Loire-Region: ein Schloss unter dem Schloss. Der Gegensatz könnte nicht frappierender nicht sein: über der Erde ein Schmuckstück der Renaissance und Neugotik, darunter eine aus tiefen Trockengräben bestehende Festung, die mit ihren in den Fels gehauenen kilometerlangen Gängen und Tunnels die größte Anlage ihrer Art in ganz Europa ist. Bis heute erhalten sind der Stall, die Backstube, die Seidenraupenzucht aus dem 17. Jh. und die Kelterei der Höhlenortschaft. Der hier hergestellte Wein erfreute sich an den königlichen Tafeln des 15. Jh. großer Beliebtheit. Auch heute noch wird in Brézé auf 28 Hektar Wein angebaut und den Besuchern allenthalben zur Verkostung angeboten.
Unbedingt sehenswert

Das Richelieu-Zimmer

Ob Kardinal Richelieu in diesem Raum, wo alles für seinen Aufenthalt vorbereitet war, tatsächlich übernachtet hat, ist nicht überliefert. Das unlängst restaurierte Zimmer mit übergroßem Kamin ist mit antiken Möbeln eingerichtet, seine in Kardinalsrot gestrichenen Wände sind mit wertvollen Wandbehängen geschmückt.
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Besonders wertvoll

Das älteste Weinbaugebiet im Raum Saumur

Die alten Höhlenkelter legen Zeugnis von der traditionellen Weinherstellung ab. König René und der Dichter Joachim du Bellay schätzten die in der Domäne erzeugten Weine besonders.
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Erstaunlich

Höhlenschloss

Mit seinem Höhlendorf, das einst in riesigen unterirdischen Trockengräben angelegt wurde, ist Schloss Brézé eine spektakuläre Besonderheit des Loire-Tals.
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Was gibt es Neues vom Schloss?
Praktische Informationen

CHATEAU DE BREZE

CHÂTEAU DE BRÉZÉ
2, rue du Château
49260, BREZE
France
Vignobles et Découvertes
Sehenswertes in der Umgebung
Anfahrt
Schloss Brézé liegt 15 km vom Bahnhof Saumur entfernt, den man in knapp 2,5 Zugstunden von Paris-Montparnasse über Tours oder Angers erreicht. Mit der Buslinie 2 geht es vom Zentrum von Saumur weiter nach Brézé. Über die Autobahn erreicht man Saumur von Paris in 3 Stunden und von Bordeaux in 4 Stunden.

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